Historie
In China und Japan wurde schon früh ein Schablonenverfahren für die Dekoration von Stoffen entwickelt. Die Japaner verfeinerten die Technik und kamen mit ihren Stofffärbeschablonen, bekannt geworden unter dem Namen „Katagami-Technik“, dem späteren Siebdruckverfahren sehr nahe. Schon im 17. Jahrhundert waren Papierschablonen bekannt, deren feine Motive durch menschliche Haare oder Seidenfäden stabilisiert worden waren.
Patente des ausgehenden 19. Jahrhunderts belegen, dass in Europa und den USA mit Seidengaze- oder Drahtschablonen experimentiert wurde. Was bisher kaum bekannt war, ist der Einfluss der Seidengazefabrikanten auf die Verbreitung des Siebdruckverfahrens in Kontinentaleuropa. Es waren Schweizer Seidegazehersteller, die durch ihre USA-Vertretungen zu Beginn der 20er-Jahre vom Seiden-Siebdruck erfahren haben. Es lag in ihrem Interesse, das Verfahren auch in Europa zu verbreiten um dadurch den Verkauf ihrer Seidegaze zu steigern.
Bei der Entwicklung des Siebdruckverfahrens in Europa führte der zweite Weltkrieg - speziell in Deutschland - zu einem Bruch. Die vor dem Krieg entstandenen Entwicklungen gerieten in Vergessenheit. Das Siebdruckverfahren wurde erst nach dem Krieg von den USA und England “neu erfunden”. In Deutschland konzentrierte man ich erst wieder zu Beginn des Wirtschaftswunders auf die zukünftige Entwicklung.
